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Infodienst Nr. 10

Datum: 28.06.2017

Zur Verwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft:

Eine Anwendung von Glyphosat zur Arbeitserleichterung (Druschoptimierung) entspricht nicht der guten fachlichen Praxis und ist ab dem 21.05.2014 untersagt. (Auszug, Text der 4. Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vom 08.11.2013 des Bundesrates).



Getreide - Ernteerleichterung bei Lager und Durchwuchs



Ist durch Unkrautdurchwuchs im Lager oder Zwiewuchs im lagernden oder stehenden Bestand die Ernte nicht möglich, darf nur auf solchen Teilflächen mit Glyphosat zur  Unkraut- und Durchwuchsbekämpfung sowie Ernteerleichterung (Sikkation) behandelt werden.

Der Einsatz von Glyphosat zur Vorerntebehandlung muß aber unbedingt auf das Notwendigste beschränkt werden und darf nicht zur "Erntesteuerung" erfolgen. Glyphosat darf nur zur Abwendung von Schäden  eingesetzt werden.



Die Anwendung zur Sikkation darf erst ab EC 89 (Korn hart und kaum zu brechen) erfolgen. Da je nach Witterung im Anschluss an die Behandlung nach 7 Tagen nicht immer eine ausreichende Wirkung erzielt wird, sind auch die Präparate mit 7 Tagen Wartezeit möglichst schon ca. 10 Tage vor dem erwarteten Erntetermin einzusetzen . Auf die Einhaltung des Einsatzzeitpunktes ab BBCH 89 = Vollreife und vor allem auch die Einhaltung der Wartezeit (je nach Produkt 7 – 14 Tage) ist unter allen Umständen zu achten um Rückstandshöchstgehalte nicht zu überschreiten.

In Beständen zur Saatguterzeugung und Brauzwecken ist eine Sikkation nicht möglich.

Mit dem Einsatz glyphosathaltiger Herbizide 7 - 14 Tage vor Ernte zur Vollreife des Getreides in BBCH 89 (Fingernagelabdruck bleibt auf dem Korn erhalten, Kornfeuchte unter 25 %) kann noch grüner Unkrautbesatz bekämpft werden.
Wasseraufwandmengen bis max. 200 l/ha sind optimal. Zum Zweck der schnelleren Wirkung kann 10 kg/ha Schwefelsaures Ammoniak zugesetzt werden. Bei neueren Formulierungen, wie z.B. Glyfos Supreme ist dies nicht notwendig.

Behandeltes Stroh darf nicht für Kultursubstrate verwendet werden.VV 835
Wenn tallowaminhaltige Glyphosate (Durano u.a.) verwendet werden, gilt Auflage VV 214:
1 = Stroh darf nicht zum Zwecke der Tierhaltung und Tierfütterung verwendet werden.

Zu beachten sind auch die Regelungen zum Wirkstoffaufwand wenn z.B. nach der Ernte ein Einsatz von Glyphosat auf der Stoppel erforderlich ist.



Es gilt NG352: Bei der Anwendung des Mittels ist ein Abstand von 40 Tagen zwischen Spritzungen einzuhalten, wenn der Gesamtaufwand von zwei aufeinanderfolgenden Spritzanwendungen mit diesem und anderen Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmitteln die Summe von 2,9 kg Glyphosat/ha überschreitet.



Für alle Glyphosat-Mittel: Bei der Anwendung des Mittels ist ein Abstand von 40 Tagen zwischen Spritzungen einzuhalten, wenn der Gesamtaufwand von zwei aufeinanderfolgenden Spritzanwendungen mit diesem und anderen Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmitteln die Summe von 2,9 kg Glyphosat/ha überschreitet. (NG 352)



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