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Infodienst Nr. 3

Datum: 17.04.2018


Wintergerste

Die Wintergerste befindet sich jetzt je nach Lage und Aussaatzeitpunkt in den Stadien von ES 30 bis ES 31. Es sind vereinzelt auf den älteren Blättern Krankheitssymptome zu finden, die von Herbstinfektionen herrühren vor allem aber Netzflecken und Rynchosporium. Neuinfektionen sind aufgrund der trockenen Witterung bisher so gut wie keine vorhanden. und werden in dieser Woche auch nicht erwartet.

Falls sich in der letzten Aprilwoche Niederschläge einstellen kann sich die Situation schnell ändern und weitere Infektionen sind durchaus möglich. Es stellt sich nun die Frage, ob bei der anstehenden Einkürzungsmaßnahme ein Fungizid zugesetzt werden soll oder nicht. Unsere Erfahrungen vom Versuchsfeld zeigen, dass durch eine Fungizidvorlage in der Wintergerste in den wenigsten Fällen Mehrerträge erzielt werden können, die den zusätzlichen Pflanzenschutzaufwand kompensieren. Falls sie dennoch ein Fungizid vorlegen, sollten Sie die Mittelkosten gering halten, da trotz Vorlage im Fahnenblattstadium eine leistungsstarke Chlorthalonil/Carboxamid – Mischung gegen die Hauptkrankheit Ramularia eingesetzt werden muss. Als Vorlage eignen sich Cirkon 1,0 l/ha, Input Classic 0,6 l/ha oder Gladio 0,5 l/ha. Möglicher Halmbruch wird mit diesen Mitteln, außer bei Gladio miterfasst.
Bitte setzen Sie die Carboxamide nur einmal, am besten zur Abschlussbehandlung je Kultur ein, um einer drohenden Resistenzbildung vorzubeugen. Bei Ramularia ist mit einer stark eingeschränkten Wirkung bereits zu rechnen. Erfahrungen aus Bayern in den letzten 3 Jahren belegen dies eindeutig. Auch bei Netzflecken sind erste Anzeichen bereits vorhanden.

Um der Lagergefahr in Wintergerste vorzubeugen, sollte idealerweise im Stadium ES 31-32 bei warmen wüchsigen Bedingungen und ausreichenden Bodenwasservorräten ein Halmverkürzer gespritzt werden. Dies gilt insbesondere bei üppigen Beständen und weniger standfesten bzw. mehrzeiligen Sorten. Es empfiehlt sich der Einsatz von 0,5 – 0,7l Moddus (kalkuliert ohne Fungizid bei eher niedrigen Temperaturen und trüber Witterung), je nach Sorte. Hybridgersten und mehrzeilige Sorten benötigen die höhere Menge . Diese Mengenangaben sind Anhaltspunkte und variieren sehr stark von den Einsatzbedingungen. In Kombination mit azolhaltigen Fungiziden und Temperaturen über 20°C (helle und sonnige Witterung) verringert sich die Aufwandmenge um 25%. Bei geschwächten Beständen ist Vorsicht beim Wachstumsregelreinsatz geboten. Sollte dieser Einsatzpunkt verpasst werden, kann bis Stadium 37 auch Prodax (Wirkstoffe aus Medax Top und Moddus) verwendet werden, ein Halmverkürzer, der stärker einkürzt als Moddus und nicht überdosiert werden darf. Die Aufwandmengen liegen bei 0,4 - max 0,7l/ ha. Aufwandmengen sind analog zu Moddus bei hohen Temperaturen und hoher Sonneneinstrahlung und/oder Azolzusatz niedriger anzusetzen.



Winterraps

Der Druck an Rapsglanzkäfern ist nach unseren Beobachtungen mittelstark. Auf dem Versuchsfeld waren auf der Hauptinfloreszenz im Mittel 3-4 Käfer zu finden. Diese geringe Anzahl rechtfertigt aus ökonomischen und ökologischen Gründen keine Behandlung. Nichtsdestotrotz müssen die Bestände bei warmem, sonnigem Flugwetter täglich kontrolliert werden, da bei weitem noch nicht alle Käfer zugeflogen sind. Wir vermuten, basierend auf der von Proplant erstellten Prognosen, dass bis dato ca. 50% der Käfer zugeflogen sind. Das Mittel der Wahl ist zu diesem Zeitpunkt Biscaya (B4) mit 300 ml/h. Bei schwachen Beständen liegt jetzt ab ES 55 die Bekämpfungsschwelle bei 5 K/Pfl., bei stark entwickelten Beständen liegt die Schwelle bei 8-10 K/Pfl.
Je nach Witterung dürften vieleBestände am Wochenende aufblühen, sodass dann von Rapsglanzkäfern keine große Gefahr mehr drohen sollte Bitte beachten Sie die Hinweise zum Bienenschutz und setzen Sie in bereits aufbühenden Beständen Biscaya grundsätzlich erst am Abend  nach dem Bienenflug ein, um Auseinandersetzungen mit den Imkern zu vermeiden.


 


 


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