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Infodienst Nr. 8

Datum: 25.06.2018

Vorerntebehandlung

Wo die Wintergerste, insbesondere auf flachgründigen Böden, unter der Trockenheit gelitten hat, werden jetzt viele Bestände wieder grün. Der Einsatz von Herbiziden zur Ernteerleichterung sollte erst nach Überprüfung alternativer Möglichkeiten, wie Abwarten der Reife und des Abtrocknens im Freiland, Reinigungs- und Trocknungsmaßnahmen nach der Ernte, sowie der Konservierung von Futtergetreide mit Propionsäure, vorgenommen werden. In Zweifelsfällen kann man sich an die untere Landwirtschaftsbehörde wenden.

Für alle Glyphosat-Mittel gilt: Bei der Anwendung des Mittels ist ein Abstand von 40 Tagen zwischen Spritzungen einzuhalten, wenn der Gesamtaufwand von zwei aufeinanderfolgenden Spritzanwendungen mit diesem und anderen Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmitteln die Summe von 2,9 kg Glyphosat/ha überschreitet. (NG 352). Werden die Aufwandmengen auf 2 x 4,0 l/ha eines 360er Glyphosat-Produktes beschränkt, ist der Zeitrahmen von 40 Tagen nicht relevant. 

 

Einschränkung von Spätanwendungen vor Ernte:

Eine Anwendung ist nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurchwuchs in lagernden Beständen oder von Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist.
Nicht erlaubt zur Steuerung des Erntetermins oder Optimierung des Drusches !

 Mit dem Einsatz glyphosathaltiger Herbizide 7 - 14 Tage vor Ernte zur Vollreife des Getreides in BBCH 89 (Fingernagelabdruck bleibt auf dem Korn erhalten, Kornfeuchte unter 25 %) kann noch grüner Unkrautbesatz bekämpft werden.
Wasseraufwandmengen bis max. 200 l/ha sind optimal.
Da je nach Witterung im Anschluss an die Behandlung nach 7 Tagen nicht immer eine ausreichende Wirkung erzielt wird, sind auch die Präparate mit 7 Tagen Wartezeit möglichst schon ca. 10 Tage vor dem erwarteten Erntetermin einzusetzen.
Zum Zweck der schnelleren Wirkung kann 10 kg/ha Schwefelsaures Ammoniak zugesetzt werden. Bei neueren Formulierungen, wie z.B. Glyfos Supreme ist dies nicht notwendig.

Auf die Einhaltung des Einsatzzeitpunktes ab BBCH 89 = Vollreife und vor allem auch die Einhaltung
der Wartezeit (je nach Produkt 7 – 14 Tage) ist unter allen Umständen zu achten um Rückstandshöchstgehalte nicht zu überschreiten.

Das Risiko für den Anwender besteht darin, dass mit dem Applikationstermin vorab bestimmt wird, wann der Bestand erntereif ist. Witterungsbedingte Verzögerungen der Beerntung können gerade bei Gerste und Roggen zu beachtlichen Ernteverlusten wegen abknickender Ähren und Brüchigkeit des Strohes führen.
In Saat- und Braugetreide dürfen Glyphosat-Mittel nicht vor der Ernte zur Anwendung kommen. Stroh von behandeltem Getreide darf nicht für Kultursubstrate verwendet werden (VV835).

Wenn in zu behandelnden Beständen blühende Unkräuter stehen, muss man auf eine Spritzung mit Glyphosat zu verzichten: Die Anwendung kann zu Rückständen im Blütenhonig führen.

 

Bekämpfung von Vorratsschädlingen

Altes Getreide, sofern noch vorhanden, darf auf keinen Fall mit der neuen Ernte gelagert werden. So legen zum Beispiel die Kornkäfer jeden Tag ein Ei. Es können also immer alle Stadien des Lagerschädlings vorhanden sein. Die Eier werden in die Körner gelegt und das Einbohrloch gut verschlossen. Vom Korn geschützt werden Ei, Larve und auch Puppe auch durch Behandlungen mit Insektiziden nicht berührt. Neben dem Kornkäfer sind auch Leistenkopfplattkäfer, Getreideplattkäfer und Reismehlkäfer zu beachten. Weiterhin sind Getreidemotte, Dörrobstmotte, Kornmotte und Milben als wichtige Lagerschädlinge zu nennen.

An erster Stelle steht die sorgfältige Reinigung der Lagerräume einschließlich Spalten und Ritzen und der Fördereinrichtungen mit Industriestaubsauger und Hochdruckreiniger. Anschließend ist die Kühlung des Erntegutes die beste Möglichkeit Lagerschädlinge, wie Kornkäfer, Motten und Milben, zu inaktivieren. Dabei sind zunächst die Schüttkegel einzuebnen. Für den Abstand der Kühlkanäle gilt: halbe Schütthöhe. Optimalerweise wird das Getreide bei Luftfeuchten weniger als 60 % belüftet bzw. gekühlt. Die Außentemperatur sollte dabei 5 °C unter der Temperatur im Getreidestapel liegen. Bei einer Einlagerungstemperatur von 30 - 40 °C sollte das Getreide zunächst zügig, auch bei nicht optimalen Verhältnissen auf 20 °C abgekühlt werden. Im Herbst bzw. Winter die Temperatur dann weiter bis auf mindestens 15 °C absenken.

Eingesetzt werden kann das Produkt K-Obiol EC 25. Die Zulassung ist auf leere Speicher und zur Umlagerung von Getreide im Förderstrom beschränkt.

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