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Infodienst Nr. 12

Datum: 28.09.2017

Bestandesführung Raps – Die wichtigsten Ziele

 Kräftige Bestände vor der Vegetationsruhe etablieren

- Ausbildung einer kräftigen Pfahlwurzel

- Den Raps vor dem Überwachsen - und somit Auswinterung - schützen

- Erhalt der Bestandesdichte über Winter

- Schutz vor Krankheiten

 Je optimaler jedes dieser Ziele erreicht wird, desto besser sind die Überwinterungsleistung und der Wachstumsstart des Rapses im Frühjahr. Daher gilt als Faustregel: Die Einzelpflanze des Bestandes sollte vor der Vegetationsruhe im Spätherbst mindestens 8-10 Blätter, einen Wurzelhalsdurchmesser von mindestens 10 mm und eine mindestens 10 cm tiefreichende Pfahlwurzel erreichen. Das Hypokotyl sollte nicht mit dem Streckungswachstum begonnen haben.

 

Gräserbekämpfung

Beseitigen Sie das Ausfallgetreide solange die Blätter noch getroffen werden können. Ausfallgetreide ist nicht nur als Konkurrenz zum Raps zu sehen, sondern fördert als grüne Brücke Krankheiten und den Befall benachbarter Getreidefelder mit Blattläusen und Zikaden, die Verzwergungvirosen auslösen können. Dies gilt natürlich umso mehr für Stoppelfelder auf den das Ausfallgetreide nicht oder ungenügend bekämpft wurde. Mittel der Wahl sind FOP-Produkte wie Gallant Super SC, Panarex, Agil S, Fusilade max oder DIM-Produkte wie Focus Ultra und Select 240 EC. Die Aufwandmengen sind abhängig von der Art und Größe des Getreides (Gerste

Ackerfuchsschwanz Problemstandorte:

Die günstigen FOP Produkte. reichen hier nicht immer aus um die erste Auflaufwelle sicher zu erfassen. Hier muss mit den DIM Produkten Focus Ultra + Dash (Focus Aktiv Pack) oder Select 240 EC + Para Sommer gearbeitet werden. Nach der Neuzulassung kann Select 240 EC nur noch auf undrainierten Flächen genutzt werden. Behandlungen sind möglich, sobald die Masse des Ackerfuchsschwanzes mindestens 3 Blätter gebildet hat. Behandlungen mit 0,5 l/ha Select 240 + 1 l/ha Para Sommer sollten bis zum 10. Oktober abgeschlossen sein. Bei starkem Besatz mit Ausfallgetreide empfiehlt sich die Zugabe von 0,3 l/ha Agil S. Focus Ultra mit 2,5 l/ha + 1l/ha Dash kann flexibler eingesetzt werden ist aber auch deutlich teurer. Anwendungen sind auch noch im Spätherbst möglich.

Herbizidresistenter Ackerfuchsschwanz muss im Spätherbst bei kühler Witterung ab Mitte November bis Dezember mit einem Propyzamid-haltigen Mittel wie Kerb Flo oder Milestone bekämpft werden. Diese Maßnahme ist hervorragend geeignet, um Resistenzbildungen vorzubeugen, bzw. resistente Populationen deutlich zu vermindern.

 

 Schädlinge:

Weiterhin muss die Aktivität des Erdflohs beobachtet werden und bei Überschreiten der Schadschwelle mit einem Pyrethroid behandelt werden. Beachten Sie, dass die Wirkungsdauer der Mittel unter den jetzigen Witterungsbedingungen bei ca 1 Woche liegt.

Lokal sind auch immer wieder Schäden durch den Schwarzen Kohltriebrüssler zu beobachten. Der Zuflug des Kohltriebrüsslers beginnt etwa in der zweiten Septemberhälfte. Nach rund 4 Wochen beginnt er mit der Eiablage, die bei milden Temperaturen während des ganzen Winters bis in den März hinein erfolgen kann. Aus den Eiern an der Oberseite der Blattstielbasis schlüpften die Larven und bohren sich bis ins Herz der Rapspflanze vor. Hier fressen sie bis zum Frühjahr. Ist die Schadschwelle von 10 Rüsslern in 3 Tagen erreicht, muss mit einer Insektizidspritzung gegengesteuert werden, da sehr große, nicht reparable Schäden möglich sind.

 

 Einkürzen des Winterraps

Der Herbsteinsatz von Wachstumsreglern wie Folicur, Carax, Matador, Tilmor, Orius oder Toprex wird aus zweierlei Gründen empfohlen. Einerseits muss die Streckung des Vegetationskegels und damit ein Überwachsen der Bestände unbedingt unterbunden werden, da ansonsten die Auswinterungsgefahr extrem ansteigt. Vegetationskegel die sich vom Boden abheben sind dem Frost schutzlos ausgesetzt. Außerdem werden die Seitentriebe und das Wurzelwachstum gefördert. Spätestens wenn sich die Blätter der jungen Rapspflanzen berühren und nicht weiter in die Breite wachsen neigt die Pflanze dazu in die Höhe zu wachsen und den Vegetationskegel nach oben zuschieben. Dieser Vorgang muss verhindert werden, um ein Überwachsen zu verhindern. Dünner gesäte Bestände sind aus diesem Grund nicht ganz so stark gefährdet wie sehr dicht stehende Bestände. Der effektivste Zeitpunkt liegt zwischen dem 4-6 Blatt Stadium des Rapses.

Die genannten Mittel haben auch fungizide Wirkungen und eignen sich dazu den Herbstbefall mit Phoma zu reduzieren. Fördernd für Phoma ist eine wüchsige Witterung mit Temperaturen über 15 Grad und ausreichend Feuchtigkeit in Form von Niederschlägen und Tau. Zur Zeit sind an den jungen Rapspflanzen noch kaum Phomaflecken zu entdecken und das Risiko von Infektion wird als mittel eingeschätzt. Beobachten Sie Ihre Bestände und und schauen Sie, ob Infektionen an den Blättern zu entdecken sind. Wenn solche gefunden werden, ist das Risiko hoch, dass auch der Wurzelhals der Pflanzen infiziert wird.

Bei sehr üppigen Wachstumsbedingungen ist der Einsatz von Carax, der im Vergleich zu den anderen Mitteln stärker wachstumsregulierend wirkt zu bevorzugen. Allerdings ist die Phomawirkung etwas schwächer. Falls Phoma als Hauptproblem gesehen wir bringt das Mittel Tilmor Vorteile. Carax kürzt sehr stark und dauerhaft ein. Die Verträglichkeit gegenüber kleinen Pflanzen ist etwas geringer und deshalb sollte das Mittel nur in gleichmäßigen und vitalen Beständen eingesetzt werden. Die anderen genannten Mittel sind bei unruhigen Beständen mit kleinen und geschädigten Pflanzen verträglicher, kürzen aber weniger stark und dauerhaft ein.



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