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Infodienst Nr. 9

Datum: 07.06.2017

Weizen 

Der Winterweizen befindet sich nun je nach Sorte, Höhenlage und Saatzeitpunkt im Stadium ES 51-65. Der ideale Termin für eine Abschlussbehandlung wird während der nächsten 7 Tagen im Kreis fast überall erreicht. Eine feuchte und warme Witterung während der Blüte begünstigt grundsätzlich die Infektionsbedingungen für Fusarium. Befeuchtete Ähren während der Blüte und Temperaturen über 15 bis 20°C sind günstig um Infektionen auszulösen. Nach Aussagen der Kollegen von Nordrhein-Westfalen wird der endgültige Befall auch entscheidend vom weiteren Witterungsverlauf bestimmt. Trockenheit im Juli entschärft die Toxinbildung, der Befall vertrocknet sozusagen. Gegenteilig kann bei hohen Niederschlägen nach nur mäßiger Infektionswitterung eine hohe Toxinbelastung entstehen. Unter solchen Bedingungen ist dann auch Weizen nach Raps gefährdet.

Behandlungen sollten nahe an Niederschlägen (Regenschauer >2 mm) gefahren werden. Ideal ist es innerhalb eines Tages vor oder bis 2 Tagen nach der Infektion das Pflanzenschutzmittel auszubringen. Bis vier Tage nach einer Fusariuminfektion kann noch eine gute bis ausreichende Wirkung erwartet werden. Ziel muss es sein die Mykotoxinbildung um mindestens 50% zu reduzieren, um Donwerte zu erreichen, die unter dem gesetzlichen Grenzwert liegen. Die Erfahrung zeigt, dass Behandlungen anfangs bis Mitte Blüte hohe Wirkungsgrade haben und dieser Zielsetzung entsprechen. In Fruchtfolgen mit hoher Fusariumgefahr (Mulchsaat nach Mais oder Stoppelweizen, Weizen mit Fusariumeinstufung der BSA-Note 5, ist dringend angeraten einen entsprechenden Schutz zu applizieren.

Zu empfehlen sind Osiris, Ampera oder Prosaro oder Input Classic in voller Aufwandmenge. Skyway Xpro als carboxamidhaltiges Produkt empfehlen wir nur, wenn kein Fungizid aus dieser Gruppe vorgelegt wurde (Aviator Xpro, Input Xpro, Adexar, Ceriax, Elatus Era) Wenn Fusarium kein Thema ist kann 0,5 l/ha Taspa als kostengünstige Lösung eingesetzt werden. Dadurch wird ein zusätzlicher Schutz gegen Septoria und Schwärzepilze gewährleistet.

Die Zumischung von 1,1 kg/ ha DON-Q zu obengenannten Produkten unterstützt die Wirkung gegen Ährenfusarium und bewirkt eine zusätzliche Verminderung des Mykotoxingehaltes. Als Solofungizid ist DON-Q aufgrund fehlender Breitenwirkung nicht geeignet.

 

Bekämpfung von Vorratsschädlingen 

Altes Getreide, sofern noch vorhanden, darf auf keinen Fall mit der neuen Ernte gelagert werden. So legen zum Beispiel die Kornkäfer jeden Tag ein Ei. Es können also immer alle Stadien des Lagerschädlings vorhanden sein. Die Eier werden in die Körner gelegt und das Einbohrloch gut verschlossen. Vom Korn geschützt werden Ei, Larve und auch Puppe auch durch Behandlungen mit Insektiziden nicht berührt. Neben dem Kornkäfer sind auch Leistenkopfplattkäfer, Getreideplattkäfer und Reismehlkäfer zu beachten. Weiterhin sind Getreidemotte, Dörrobstmotte, Kornmotte und Milben als wichtige Lagerschädlinge zu nennen.

An erster Stelle steht die sorgfältige Reinigung der Lagerräume einschließlich Spalten und Ritzen und der Fördereinrichtungen mit Industriestaubsauger und Hochdruckreiniger. Anschließend ist die Kühlung des Erntegutes die beste Möglichkeit Lagerschädlinge, wie Kornkäfer, Motten und Milben, zu inaktivieren. Dabei sind zunächst die Schüttkegel einzuebnen. Für den Abstand der Kühlkanäle gilt: halbe Schütthöhe. Optimalerweise wird das Getreide bei Luftfeuchten weniger als 60 % belüftet bzw. gekühlt. Die Außentemperatur sollte dabei 5 °C unter der Temperatur im Getreidestapel liegen. Bei einer Einlagerungstemperatur von 30 - 40 °C sollte das Getreide zunächst zügig, auch bei nicht optimalen Verhältnissen auf 20 °C abgekühlt werden. Im Herbst bzw. Winter die Temperatur dann weiter bis auf mindestens 15 °C absenken.



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