Service-Navigation

Suchfunktion

Infodienst Nr. 7

Datum: 19.05.2017

Winterweizen

Der Weizen hat fast überall im Kreis das Fahnenblatt geschoben und befindet je nach Situation im Stadium ES 33-37. Falls nur eine Einmalbehandlung angedacht wurde, sollte diese in Bälde erfolgen, auch wenn das Fahnenblatt noch nicht ganz voll entwickelt (ES 37-39) ist.

Die vielen Niederschläge ab 25. April bis dato 20. Mai haben mit Sicherheit zu Neuinfektionen bei Septoria tritici geführt, obwohl der Ausgangsbefall relativ gering ist. Es lässt sich sehr schwer abschätzen wie stark der Neubefall sein wird; es lässt sich aber mit hinreichender Sicherheit prognostizieren, dass die Situation wesentlich entspannter als in 2016 ist, obwohl in dem erwähnten Zeitraum ähnliche Niederschlagsmengen aufgetreten sind. Der entscheidende Unterschied liegt aber in dem völlig anderen Ausgangsbefall in 2016, der bedingt durch frühe Aprilniederschläge wesentlic höher war als in 2017.

Nur in sehr gesunden Lagen und bei unanfälligen Sorten kann ohne hohes Risiko zugewartet werden bis das Fahnenblatt komplett ausgebildet ist. Wir empfehlen carboxamidhaltige Mittel (Adexar, Ceriax, Aviator Xpro oder Elatus Era + Amistar Opti). Mischungen aus Epoxion Top, Input classic oder Opus Top, jeweils +1,25 l Credo oder 1,5l Amistar Opti sind in der Dauerwirkung etwas schwächer aber dennoch empfehlenswert.

 

Bitte beachten Sie, dass die Aufbrauchsfrist von Bravo 500 zum 30.10.2017 ausläuft. Es wird daher dringend angeraten eventuelle Restbestände jetzt noch im Weizen sinnvoll einzusetzen. Die vorgeschlagenen Mischungen lassen sich mit einem 1l Bravo zusätzlich verstärken und es wird der zunehmenden Resistenzentwicklung von Septoria tritici gegenüber Azolen und Carboxamiden entgegen gewirkt.

 

Falls gegen Fusarium auf Risikoflächen (Vorfrucht Mais und Mulchsaat) die Abschlussbehandlung erst zur Blüte gesetzt wird, muss jetzt auf jeden Fall auch eine Behandlung erfolgen. Dies gilt auch für den Fall, wenn in ES 31-32 bereits ein Mittel appliziert wurde, da der Abstand bis Blütenbehandlung zu groß wäre und kein ausreichender Septoriaschutz gewährleistet wäre; In diesem Fall ist eine ist eine dann eine Reduktion auf ca. 2/3 der vollen Aufwandmenge möglich, wenn vorbehandelt wurde. Diese Strategie läuft allerdings auf ein Dreifachbehandlung hinaus und ist mit Kosten von mindestens 160 € verbunden.

 

Triticale

Triticale wird in Kürze überall die Ähren schieben und es ist jetzt Zeit an die Abschlussbehandlung zu denken. Falls bereits eine Behandlung vorgelegt wurde hat sich eine Behandlung mit Juwel Top in den letzten Jahren bewährt. Wenn Sie Probleme mit Ährenfusariosen erwarten kann mit der zweiten Behandlung noch zugewartet werden bis zum Beginn der Blüte. Mittel der Wahl sind dann Osiris oder Prosaro. Betriebe die GPS machen sollten ebenfalls gegen Blattkrankheiten behandeln. Hier kann die Aufwandmenge bewährter Mittel um 1/3 verringert werden. Carboxamidhaltige Mittel sind nicht nötig.

 

Sommergerste und Hafer

Sommergersten befinden sich meistens im Stadium ES 30-31. Fungizidbehandlungen orientieren sich bei Mittelwahl und Strategie an der Wintergerste. Meistens sind Einfachbehandlungen im Stadium 39-49 am wirtschaftlichsten. Wenn Mehltaugefahr droht gilt dies natürlich nicht und es ist eine Vorbehandlung in Stadium 32 angeraten. Zu diesem Zeitpunkt kann auch ein Wachstumsregler wie Moddus in lagergefährdeten Beständen der Spritzbrühe zugegeben werden.

Entscheidend bei der Sommergerste ist ein langanhaltender starker Schutz gegen Ramularia und nichtparasitäre Blattflecken. Wir empfehlen die Mittel Input Xpro, Aviator Xpro, Adexar, Elatus Era oder die altbewährten etwas schwächeren aber günstigeren Mittel Input Classic oder Champion in angepassten Aufwandmengen. Ein chorthalonilhaltiger Wirkstoff wie bei Amistar Opti oder Credo muss auf jeden Fall zugemischt werden.

Bei Hafer sollte am besten im Stadium 32-37 mit CCC, oder im frühen Stadium (ES 31-32) mit Moddus (sofern beim Vertragsanbau erlaubt!) eingekürzt werden Als Fungizid kann Juwel Top oder Osiris zugesetzt werden.

Auf dem Versuchsfeld Krauchenwies zeigen einige Sorten Befallssymptome auf den unteren Blattetagen mit Haferseptoria, eventuell auch teilweise mit der Streifenkrankheit. In der Praxis angebaute Sorten mit Symptomen sind Apollon und Skorpion. Aus der Literatur sind für den süddeutschen Raum keine relevanten Ertragsminderungen bekannt, sodass sich hoffentlich der Befall verwachsen wird. Zugelassene Fungizide gegen Haferseptoria sind nicht vorhanden. Bitte beobachten Sie ihre Bestände und nehmen bei Fragen Kontakt mit uns auf.



Fußleiste