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Infodienst Nr. 6

Datum: 04.05.2017

Wintergerste

 Die Bestände haben überwiegend das Stadium 37-39 erreicht. Falls noch nicht geschehen kann auch jetzt noch ein Wachstumsregler in reduzierter Aufwandmenge eingesetzt werden. Die meisten Betriebe werden allerdings die Abschlussbehandlung gegen Ramularia einplanen. Der Zeitpunkt für diese überauswichtige Behandlung liegt zwischen ES 39- ES49. Falls ein Mittel vorgelegt wurde kann durchaus bis zum Grannenschieben zugewartet werden. Bis zu diesem Zeitpunkt ist letztendlich auch der Einsatz des Wachstumsregler Cerone möglich. Späte Anwendungen von Wachstumsreglern kürzen nur den oberen Halmabschnitt ein und eignen sich vor allem zur Nachjustierung sehr dichter, bereits behandelter Bestände und solcher bei denen ein sehr starker Wachstumsschub aufgrund wüchsiger Witterung und/oder Mineralisation hoher organischer Stickstoffmengen zu rechnen ist. Ohne Zweifel ist der der Einsatz von Cerone aber ein probates Mittel, um Ähren- und Halmknicken deutlich zu reduzieren.

Ramularia und nichtparasitäre Blattflecken treten sehr oft als Komplex auf und lassen sich oft mit bloßem Auge kaum unterscheiden. Strahlungsreiches Wetter nach Niederschlägen begünstigt diesen Krankheitskomlex., der erfahrungsgemäß jedes Jahr auch witterungsunabhängig früher oder später auftritt. Nichtbehandelte Bestände brechen innerhalb kürzester Zeit zusammen und reagieren mit sehr hohen Mindererträgen, die sich auf dem Versuchsfeld Krauchenwies meistens auf 20 dt/ha (+- 5dt/ha) belaufen.

Da Resistenzen von Strobilurinen und Carboxamiden, besonders auch bei Ramularia, in den letzten 2 Jahren massiv zugenommen haben, sind nur noch Mischungen mit einem clorthalonilhaltigen Wirkstoff (1,5l/ha Amistar Opti oder 1,2 l/ha Credo) empfehlenswert. Bewährte Mischungen setzen sich daher aus einem Carboxamid 1,2 l/ha Adexar, 0,8 l/ha Aviator Xpro, 1,0 l/ha Elatus Era) und einem der obengenannten Mittel zusammen. Möglich ist auch eine Mischung aus 0,8 l/ha Input Classic und clorthalonilhaltigem Mittel. Falls eine vernünftige Vorlage (z.B. 0,8 l/ha Input Classic) gesetzt wurde können die Aufwandmengen um ca 20% reduziert werden.

 

 Winterweizen

 Die meisten Weizenbestände befinden sich im Stadium 31-32. Das Risiko für Infektionen mit Septoria tritici war bis jetzt relativ gering. Unser Prognosemodell Proplant hat hohe Infektionenswahrscheinlichkeiten für Niederschlagstage seit Mitte letzter Woche berechnet. Diese Situation wird sich bis anfangs nächster Woche nicht grundlegend ändern. Der Ausgangsbefall ist auf dem Versuchsfeld und den meisten Praktikerschlägen sehr gering. Ausnahmen stellen vielleicht absolute Frühsaaten oder Stoppelweizen dar. Deshalb ist jetzt nicht mit einem explosionsartigen Befall mit Septoria zu rechnen.

 Falls Wachstumsreglerbehandlungen vorgesehen sind können diese am Wochenende bzw. anfangs nächster Woche in Verbindung mit der ersten Fungizidbehandlung gesetzt werden. Dies trifft für Betriebe mit einer intensiven Bestandsführung, die eine 2-fach Fungizidstrategie fahren zu. Es stehen Medax Top+Turbo (0,4-0,6l/ha + 0,4-0,6kg/ha) und Mischungen aus Moddus (0,15-0,3l/ha) und CCC (0,3-0,6l/ha) zur Verfügung, die in Abhängigkeit von Bestand, Sorte und vor allem Witterung und Wasserführung dosiert werden müssen. Geeignete Fungizide mit hoher kurativer Wirkung sind Capalo, Input classic oder auch Cirkon; damit können jetzt noch eventuelle Halmbruchinfektionen mitbehandelt werden. Falls erwartungsgemäß Halmbruch keine Rolle spielt, können auch etwas kostengünstigere Mittel wie Eleando oder Epoxion Top eingesetzt werden.

 Achten Sie auch in diesem Jahr auf jeden Fall auf Gelbrost. Einzelne Pusteln auf empfindlichen Sorten wurden zwar bis jetzt noch nicht gefunden, aber die Situation kann sich in kürzester Zeit schlagartig ändern. Anfällige Sorten sind hautsächlich Akteur und JB Asano, aber auch in geringerem Maße Matrix, Orcas, Kometus, Kerubino und Meister. Falls Sie Gelbrost finden, ist die erste Behandlung auf das Stadium 31-32 vorzuverlegen. Zu diesem Zeitpunkt sind azolhaltige Mittel ohne carboxamide Wirkstoffe am sinnvollsten und voll wirksam. Die Wirkstoffe Tebuconazol, Epoxiconazol, Cyproconazol und Prothioconazol mit etwas verlangsamter Wirkgeschwindigkeit sind geeignet. Es kommen folgende Mittel in Frage: Capalo, Input Classic, Ceralo, Matador und Orius. Aufwandmengen in diesem sehr frühen Stadium müssen nicht sehr hoch sein, da der größte Anteil des Blattapparates erst noch zuwachsen muss und daher auch nicht geschützt werden kann. Beschränken Sie Carboxamide (Adexar, Aviator Xpro, Seguris, Skyway, Siltra Xpro) auf einen einmaligen Einsatz in ES 37-55, um gegen Resistenzen dieser so wichtigen Wirkstoffgruppe vorzubeugen.

Falls Gelbrost kein Thema ist kann mit der ersten Behandlung bei robusten Sorten durchaus bis ES 37 zugewartet werden. Dies zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre. Eine zweite Behandlung könnte bei dieser Strategie dann Mitte Blüte erfolgen, um Fusarium abzusichern. Vor allem bei Maisweizen hat diese Behandlungsfolge Vorteile.

 Betriebe, die von einem hohen Befallsrisiko bei Fusarium aufgrund Vorfrucht, Bodenbearbeitung und anfälliger Sorte sind gut beraten die erste Behandlung in ES 33-37 zu setzen und dann Mitte Blüte eine Fusarium behandlung durchzuführen. Bis ES 37 kann noch eingekürzt werden und es noch mit einer gewissen Halmbruchleistung bei geeigneten Mittel zu rechnen. Falls Sie sich für diese Strategie entschließen sollte zu diesem Zeitpunkt ein carbomaxidhaltiges Mittel in 80-100% Aufwandmenge eingesetzt werden (z.B. Elatus Era, Adexar, Ceriax oder Aviator Xpro)

 

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