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Infodienst Nr. 5

Datum: 28.04.2017

Winterraps

Nach der kalten Witterung der beiden letzten Wochen beginnen die Bestände aufzublühen und die Gefahr des Rapsglanzkäfers, der in diesem Jahr wieder meistens kein großes Problem darstellte, dürfte dann in den meisten Fällen gebannt sein. Diekalte Witterung hat zu Stängelverdrehungen und Frostrissen geführt, die eine ideale Eintrittspforte fürPilzkrankheiten darstellen. Idealerweise wird die Blütenbehandlung erst Mitte der Blüte durchgeführt, da zu diesem Zeitpunkt die Wirkung gegen Sklerotinia am besten ist. Ob eine Blütenbehandlung wirtschaftlich sinnvoll ist lässt sich leider immer noch nicht sicher prognostizieren, da die Witterungsbedingungen während der Blüte unbekannt sind. Betriebe mit einem hohen Rapsanteil in der Fruchtfolge sollten diese Behandlung aber auf jeden Fall durchführen. Auch lassen die starken Niederschläge der letzten Woche darauf schließen, dass Apothecien (sind kleine unscheinbare Pilze, die sich aus den Sklerotien entwickeln und auf in den Äckern auf denen während der letzten 3 bis max. 7 Jahre Raps angebaut wurde zu finden sind) sich bei ansteigenden Temperaturen entwickeln und dann infektiöses Sporenmaterial abgeben können. Günstige Infektionsbedingungen für Sklerotinia oder Rapskrebs liegen bei anhaltend hoher Luftfeuchtigkeit oder Blattnässeperioden von ca 24 h bei warmer, wechselfeuchter Witterung vor. In Trockenphasen ist der morgendliche Tau bereits ausreichend für Infektionen. Die besten Wirkungsgrade einer Blütenbehandlung werden zur Mitte der Blüte erreicht. Auch aus diesem Grunde scheint es günstig den Spritztermin möglichst weit nach hinten zuschieben. Geeignete Mittel sind 0,5 l/ha Cantus Gold, 1,0 l/ha Propulse, 1,0 l/ha Symetra oder 1,0 l/ha Custodia. mit einer sehr guten Wirkung gegen Sklerotinia. Die Schotenfestigkeit wird zudem positiv beeinflusst. Ein neu zugelassenes Mittel ist Efilor (Cantus+Caramba), das bereits anfangs der Blüte empfohlen wird.

Die Gefahr von Durchfahrverlusten lässt sich abends bei niedrigem Turgordruck der Pflanzen verringern. Bei Fahrgassen unter 15m Breite ist aufgrund relativ hoher Durchfahrtsverluste nur ein Mehrerlös zu erzielen, wenn Sklerotinia massiv auftritt. Um die Schotenbildung und das TKG günstig zu beeinflussen können 20 kg N in Form von AHL oder Harnstoff der Spritzbrühe zugesetzt werden. Diese Maßnahme ist nur bei Raps mit hohem Ertragspotentia über 40 dt/ha anzuraten. In lückigen beständen besteht die Gefahr von mehr Nachblütern. Die Wassermenge sollte 300l /ha betragen und bei nicht zu hohen Fahrgeschwindigkeiten von max. 7km/h etwas grobtropfiger ausgebracht werden, um den Bestand zu durchdringen.

In Gebieten wo in den Vorjahren regelmäßig Schäden durch die Kohlschotenmücke vorgekommen sind kann die Zumischung eines Insektizids wie Mavrik oder ein Pyrethroid der Klasse2 Sinn machen. Normalerweise machen aber nur Randbehandlungen Sinn. Solange die Temperaturen auf dem derzeitig niedrigen Niveau verharren dürfte die Gefahr durch die Kohlschotenmücke sowieso gering bleiben. Bedenken Sie, dass jede insektizide Behandlung der Resistenzentwicklung sämtliche wichtiger Schädlinge Vorschub leistet. Dies gilt natürlich insbesondere für den Rapsglanzkäfer.

 

Folgendes zum Bienenschutz:

Falls ein Pyrethroid wie z.B. Fastac SC oder Karate Zeon verwendet wird ändern sich Mischungen mit azolhaltigem Mischungsparten wie z.B. Propulse, Efilor, Custodia etc in B2 (Einsatz nach Ende des täglichen Bienenfluges bis 23:00 Uhr).Mischungen aus Mospilan oder Nexide + azolhaltigem Fungizid werden als B1 eingestuft und dürfen nicht verwendet werden.

 Neue Erkenntnisse des Instituts für Bienenkunde beim Julius-Kühn Institut (JKI):

Bei Insektizid + Insektizid – Mischungen ergeben sich wie vermutet additive bis synergistische Wirkungen, so dass diese Kombinationen als bienengefährlich eingestuft werden und nicht in die Blüte appliziert werden dürfen.

Bei der Kombination Insektizid – Fungizid sind vor allem Biscaya + Mirage 45 EC (Prochloraz) sowie Steward + Azolfungizid im Labor durch hohe Mortalität aufgefallen und führten auch im Halbfreiland zu einem deutlichen Anstieg der Mortalität und sollten bis zur Klärung durch Freilandversuche für Blütenbehandlungen nicht empfohlen werden. Andere Mischungen von Biscaya mit z.B. Cantus Gold sind hingegen unproblematisch.

 Grundsätzlich sollten aber auch bienenungefährliche Pflanzenschutzmittel nur nach dem täglichen Bienenflug eingesetzt werden

 

 Wintergerste

Die Wintergerste befindet sich jetzt je nach Lage und Aussaatzeitpunkt in den Stadien von ES 32 bis ES 37. Es sind bis jetzt nur vereinzelt Krankheitssymptome zu finden vor allem aber Netzflecken und Rynchosporium. Neuinfektionen sind aufgrund der feuchten Witterung zu erwarten. Wer aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen noch kein Wachstumsregler eingesetzt hat sollte dies baldmöglichst einplanen. Ein fungizid kann aufgrund der zu erwartenden Neuinfektionen zugesetzt werden. (Näheres Info Nr. 4). Die Abschlussbehandlung in der Wintergerste mit optimalem Schutz gegen Ramularia macht erst im Stadium 39 – 49 Sinn.

 

Herbizidbehandlungen in Sommergetreide

Sommergetreide hat häufig 3-4 Blätter gebildet und so das optimale Stadium zur Unkrautbekämpfung erreicht. In Sommergerste empfehlen wir Axial 50 (0,9 l/ha) gegen Windhalm und Flughafer. Bei Ackerfuchsschwanz muss auf 1,2 l/ha erhöht werden. Idealerweise sollte auf Ackerfuchsschwanzstandorten Ungras und Unkrautbehandlung im Splittingverfahren durchgezogen werden um optimale Wirkungsgrade zu erreichen.

Lexus ist die einzige Möglichkeit in Hafer Ackerfuchsschwanz zu bekämpfen. Für eine optimale Wirkung ist allerdings Bodenfeuchtigkeit notwendig, da die Wirkung sowohl über Blatt als auch Boden erfolgt. Der optimale Zeitpunkt ist sobald der Ackerfuchsschwanz anfängt zu spitzen. Vorsicht ist bei Nachtfrostgefahr und in gestressten Beständen geboten. Nach 10 Tagen kann dann die Unkrautbekämpfung erfolgen. Auf reinen Windhalmstandorten ist ConcertSX (100 g/ha) möglich.

Die Partner zur Unkrautbekämpfung richten sich nach den Leitunkräutern. Axial 50 ist sehr mischungssensibel und sollte nur mit Mitteln gemischt werden, die ausdrücklich vom Hersteller freigegeben sind (Gebrauchsanleitung); kein Husar Plus, Concert, Wuchsstoffe (>900g a.i./ha) und bifenoxhaltige Mittel. In Sommerkulturen sind wuchsstoffhaltige Mittel unter Umständen von Vorteil, da sulfonylharnstofflastige Spritzfolgen durchbrochen werden und einer Selektion der Unkräuter vorgebeugt werden kann.

 

Felderbegehungen:

Die nächste Felderbegehung des Fachbereichs Landwirtschaft findet am Dienstag den 2. Mai 2017 um 19:30 Uhr statt. Auf dem Zentralen Versuchsfeld Oberland bei Krauchenwies werden Düngungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen in Getreide, Mais und Winterraps besprochen.

Die darauf folgenden Termine finden immer dienstags im 14 tägigen Rhythmus um statt:
2. Mai 2017 um 19:30 Uhr
16. Mai 2017 um 19:30 Uhr

30. Mai 2017 um 19:30 Uhr
Das Versuchsfeld liegt an der Bundesstraße 311 zwischen Krauchenwies und Rulfingen vor der Abfahrt nach Ostrach auf der linken Seite.
Alle interessierten Landwirte und Landwirtinnen sind herzlich eingeladen.



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