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Infodienst Nr. 4

Datum: 10.04.2017

Wintergerste

Die Wintergerste befindet sich jetzt je nach Lage und Aussaatzeitpunkt in den Stadien von ES 30 bis ES 31. Es sind nur vereinzelt auf den älteren Blättern Krankheitssymptome zu finden, die von Herbstinfektionen herrühren vor allem aber Netzflecken und Rynchosporium. Neuinfektionen sind aufgrund der trockenen Witterung bisher so gut wie keine vorhanden. Falls sich auf Ostern Niederschläge einstellen sind weitere Infektionen aber durchaus möglich. Es stellt sich daher die Frage, ob bei der anstehenden Einkürzungsmaßnahme ein Fungizid zugesetzt werden soll oder nicht. Unsere Erfahrungen vom Versuchsfeld zeigen, dass durch eine Fungizidvorlage in der Wintergerste in den wenigsten Fällen Mehrerträge erzielt werden können, die den zusätzlichen Pflanzenschutzaufwand kompensieren. Falls sie dennoch ein Fungizid vorlegen, sollten Sie die Mittelkosten gering halten, da trotz Vorlage im Fahnenblattstadium eine leistungsstarke Chlorthalonil/Carboxamid – Mischung gegen die Hauptkrankheit Ramularia eingesetzt werden muss. Als Vorlage eignen sich Cirkon 1,0 l/ha, Input classic 0,5 l/ha oder Gladio 0,5 l/ha. Möglicher Halmbruch wird mit diesen Mitteln, außer bei Gladio miterfasst. Bitte setzen Sie die Carboxamide nur einmal, am besten zur Abschlussbehandlung je Kultur ein, um einer drohenden Resistenzbildung vorzubeugen. Bei Ramularia ist mit einer stark eingeschränkten Wirkung bereits zu rechnen. Erfahrungen aus Bayern in den Jahren 2015 und 2016 belegen dies eindeutig. Auch bei Netzflecken sind erste Anzeichen bereits vorhanden.

Um der Lagergefahr in Wintergerste vorzubeugen, sollte idealerweise im Stadium ES 31-32 bei warmen wüchsigen Bedingungen und ausreichenden Bodenwasservorräten ein Halmverkürzer gespritzt werden. Dies gilt insbesondere bei üppigen Beständen und weniger standfesten bzw. mehrzeiligen Sorten. Es empfiehlt sich der Einsatz von 0,5 – 0,7l Moddus (kalkuliert ohne Fungizid bei eher niedrigen Temperaturen und trüber Witterung), je nach Sorte. Hybridgersten und mehrzeilige Sorten benötigen die höhere Menge . Diese Mengenangaben sind Anhaltspunkte und variieren sehr stark von den Einsatzbedingungen. In Kombination mit azolhaltigen Fungiziden und Temperaturen über 20°C (helle und sonnige Witterung) verringert sich die Aufwandmenge um 25%. Bei geschwächten Beständen ist Vorsicht beim Wachstumsregelreinsatz geboten. Sollte dieser Einsatzpunkt verpasst werden, kann bis Stadium 37 auch Medax Top verwendet werden, ein Halmverkürzer, der stärker einkürzt als Moddus und nicht überdosiert werden darf. Die Aufwandmengen liegen bei 0,5 - max 0,8l/ ha + gleiche Menge Turbo. Aufwandmengen sind analog zu Moddus bei hohen Temperaturen und hoher Sonneneinstrahlung und/oder Azolzusatz niedriger anzusetzen.

 

Winterraps

Der Druck an Rapsglanzkäfern ist nach unseren Beobachtungen erstaunlich gering. Auf dem Versuchsfeld sind auf der Hauptinfloreszenz im Mittel vielleicht 2 Käfer zu finden. Diese geringe Anzahl rechtfertigt aus ökonomischen und ökologischen Gründen nicht. Je nach Witterung dürften die meisten Bestände Richtung Ostern aufblühen, sodass von Rapsglanzkäfern keine große Gefahr drohen sollte. Nichtsdestotrotz müssen die Bestände bei warmem, sonnigem Flugwetter regelmäßig kontrolliert werden, um bei einem nie ganz auszuschließendem, unvermittelt auftretendem Massenzuflug sofort reagieren zu können. Das Mittel der Wahl ist zu diesem Zeitpunkt Biscaya (B4) mit 300 ml/h. Bei schwachen Beständen liegt jetzt ab Es 55 die Bekämpfungsschwelle bei 5 K/Pfl., bei stark entwickelten Beständen liegt die Schwelle bei 10 K/Pfl. Bitte beachten Sie die Hinweise zum Bienenschutz und setzen Sie in bereits aufbühenden Beständen Biscaya grundsätzlich erst am Abend nach d3em Bienenflug ein, um Auseinandersetzungen mit den Imkern zu vermeiden.

 

Kontrolle von Blütenschädlingen im Raps – ab Blühbeginn keine Tankmischungen von Insektiziden einsetzen!
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat Hinweise erhalten, dass Landwirte zur Bekämpfung verschiedener Schadinsekten an Winterraps mehrere Pyrethroide und teilweise Neonicotinoide in Tankmischung ausbringen, auch wenn der Raps bereits in Blüte geht. Trotz der B4- Kennzeichnung der einzelnen Mittel muss aller Voraussicht nach davon ausgegangen werden, dass die Tankmischungen aufgrund der additiven Wirkungen der einzelnen Mittel als bienengefährlich zu bewerten sind und zu nicht vertretbaren Bienenvergiftungen führen können!
Mit Bezug auf die im Pflanzenschutzgesetz festgelegten Rechtsvorschriften (§§ 60, 13 Absatz 1 PflSchG) weisen wir daher ausdrücklich darauf hin, dass die Ausbringung von Tankmischungen unterschiedlicher B4- Insektizide im blühenden Raps nicht zulässig ist!

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