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Infodienst Nr. 2

Datum: 20.03.2017

 Winterraps

Nach der sonnigen und warmen Witterung mit Temperaturen über 12°C in der letzten Woche war eigentlich mit einer starken Zuflugsphase bei den Stängelrüsslern zu rechnen. In Krauchenwies konnten allerdings auf die ganze Woche nur sehr wenige Käfer mit den Gelbschalen gefangen werden. Ein Grund dafür könnte der durchgängige Nachtfrost bis Freitag sein, der eine Erwärmung des Bodens auf 6-7°C verhindert hat. Nachdem die Wetterprognose in dieser Woche von Temperaturen von 12-13°C ausgeht ohne Bodenfrost ausgeht, rechnen wir damit, dass der größte Teil des vorhandenen Potentials an Stängelrüsslern bis Ende zufliegen wird. Beobachten Sie deshalb ihre Gelbschalen genau und orientieren Sie sich an den Bekämpfungsschwellen (Großer Rapsstängelrüssler > 10 Käfer/3 Tage, Kohltriebrüssler>30Käfer/3 Tage) bevor Sie mit der Bekämpfung beginnen. Aus den Ergebnissen von Krauchenwies können Sie nicht auf den Befallsdruck auf Ihren Flächen schließen. Sowohl der potentielle Befallsdruck als auch klimatische Unterschiede bezüglich der Erwärmung der Böden als auch der Lufttemperaturen bedingen verschiedene Fangzahlen

Die Bekämpfung der Stängelrüssler erfolgt mit einem Pyrethroid des Typs 2 wie Karate Zeon oder Fastac SC, sofern keine zusätzlichen Rapsglanzkäfer in der Schale sind. Falls bei der ersten Behandlung wie im letzten Jahr zusätzliche Rapsglanzkäfer gefangen werden, muss aufgrund der Resistenzsituation ein Pyrethroid des Typs 1, also Trebon 30 EC, verwendet werden.  

Bei starkem Zuflug von Rapsglanzkäfern ist jedoch aufgrund der Resistenzsituation eine andere Strategie zu wählen. Ab Stadium ES 51 (Hauptblütenanlage inmitten der obersten Blätter von oben sichtbar) sind AVAUNT oder PLENUM, die über andere Wirkungsmechanismen alos die Pyrethroide verfügen die erste Wahl für die frühe Bekämpfung Der Rapsglanzkäfer. Um eine ausreichende Wirkung gegen die Stängelrüssler zu erzielen muss ein Pyrethroid des Typs 2.in voller Aufwandmenge zugemischt werden. AVAUNT oder PLENUM sind allerdings als B1 (Bienengefährlich) eingestuft und dürfen nur eingesetzt werden, solange noch keine blühenden Pflanzen (auch Unkräuter!) im Bestand zu finden sind. Blühen bereits erste Unkräuter oder Kreuzblütler, bleibt es für frühe Einsätze bei TREBON (B2) oder MAVRIK Vita (B4).

Vergessen Sie nicht dem hohen Borbedarf von Raps Rechnung zu tragen und setzen Sie auch bei der ersten Behandlung einen Bordünger der Spritzbrühe zu, um bis zur Blüte den Bedarf an 500-700 g Bor abzudecken.

Grundsätzlich empfehlen wir Insektizidbehandlungen mit mindestens 250 l, besser aber 300 l Wasser je ha bei sonnigem und windstillen Wetter, durchzuführen, um die Wirkungssicherheit zu erhöhen. Unter optimalen Bedingungen sind so Wirkungsgrade bis 80% erreichbar.

Beachten Sie bitte die Gewässerabstandsregelungen und die Bienenschutzauflagen. In Mischung mit azol-haltigen Fungiziden wie Caramba oder Folicur werden B4 – Pyrethroide auf B2 heruntergestuft. Achtung: Mischungen aus veschiedenen Insektiziden werden grundsätzlich als B1 eingestuft, auch wenn die Mischungsparten bienenungefährlich und als B4 eingestuft sind



 

Erbsen und Ackerbohnen

Die günstige Wetterlage der letzten Woche ließ eine frühe Aussaat der Leguminosen zu. Herbizidbehandlungen können fast ausschließlich nur als Vorauflaufanwendungen durchgeführt werden. Für Vorauflaufmittel sollte das Saatbeet gut abgesetzt und feinkrümelig sein. Feuchte Bodenbedingungen und nachfolgende Niederschläge erhöhen Wirksamkeit und Wirkungssicherheit erheblich.

Folgende Mittelkombinationen können im VA eingesetzt werden:

2,4 kg Novitron (=2,0 l Bandur + 0,2 l Centium)

3,5-4,0 l Bandur

2,0l Bandur + 0,25 l Centium (+ 1,0 l Stomp) Wirkungsverbesserung bei Klatschmohn u. Storchschnabel)

3,0 l Boxer + 2,0 l Stomp (ohne Flughafer)

Im Nachauflauf ist die bewährte Mischung aus 2,0 -2,5l Stomp + 1,0-1,5 l Basagran weiterhin noch in Erbsen möglich. Bedenken Sie aber, dass wir hier keine Nebenwirkung gegen den Fuchsschwanz haben und auch die Knöterichwirkung schwach ist.

Beachten Sie beim Wirkstoff Clomazone (im Centium, Novitron) folgende Auflagen:

wöchentliche Kontrolle über 1 Monat auf Aufhellungen im Umkreis von 100 m. Falls Auhellungen auftreten, muss dies dem Pflanzenschutzdienst gemeldet werden.

bei vorhergesagten Tageshöchsttemperaturen > 2°C Spritzungen zwischen 18 Uhr abends und 9 Uhr morgens

bei vorhergesagten Tageshöchsttemperaturen > 25°C keine Anwendung

 Bei Boxer und Stomp sind die neuen Anwendungsbestimmungen zu beachten:

max 7,5 km/h Fahrgeschwindigkeit

mind. 300 l Wasser

Verwendung von 90% abdriftmindernden Düsen auf der gesamten Fläche

max. zulässige Windgeschwindigkeit von 3 m/s

Bei Basagran lief die Zulassung zum 31.12.2016 aus. Eine Wiederzulassung ist unwahrscheinlich. Die Aufbrauchsfrist endet am 30.06.2018.

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