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Infoservice Nr. 1

Datum: 14.03.2017

Winterraps

 

Nach einem sonnigen und warmen Wochenende erreichen die Temperaturen in den kommenden Tagen bis zu 14°C, bei allerdings recht kühlen Nächten mit verbreitetem Bodenfrost, sodass wir im Moment mit einem Ansteigen des Zufluges an Rüsslerarten rechnen können. Stellen Sie – falls noch nicht geschehen – unbedingt Gelbschalen auf Ihren Rapsschlägen auf und kontrollieren Sie diese besonders nach längerem Sonnenschein, um den spezifischen Befallsdruck auf ihren Feldern festzustellen. Auf dem Versuchsfeld Krauchenwies wurden bis jetzt noch fast keine Schädlinge gefunden.

Nach dem computergestützten Prognosesystem Proplant werden in dieser Woche große Teile der zu erwartenden Käfer zufliegen. Insektizidmaßnahmen sollten sich konsequent an den Schadschwellen (Gelbschalenkontrolle) orientieren. Lohnend werden die Behandlungen, wenn sich mehr als 30 Kohltriebrüssler bzw. 10 Rapsstängelrüssler innerhalb von 3 Tagen in den Gelbschalen befinden. Der Kohltriebrüssler ist am weißen Punkt auf dem Rückenschild und den roten Füßen eindeutig zu erkennen und vom etwas größeren Rapsstängelrüssler zu unterscheiden. Behandlungen müssen nicht sofort nach dem Zuflug erfolgen. Optimal sind Termine zu Beginn der Eiablage, die je nach Rüsslerart und Witterung zwischen 3 und 14 Tage nach dem Zuflug erfolgt. Der Reifungsfraß des Kohltriebrüsslers dauert deutlich länger als der des Rapsstängelrüsslers. Die Eiablage kommt ab Temperaturen von 12°C in Gang. Eine vorbeugende Bekämpfung ist nicht sinnvoll, da die Wirkung der Insektizide sehr begrenzt ist und bei direktem Kontakt auf die Käfer optimiert wird.

Daraus folgt, dass bei Überschreiten der Schadschwelle und höheren Temperaturen, wenn ein Großteil der restlichen Käfer zugeflogen ist und die Eiablage beginnt der optimale Termin für die Insektizidbehandlung kommt. Wir werden Sie gegebenenfalls in den nächsten Tagen näher informieren.

 

Unkrautbekämpfung in Winterraps mit Effigo

Mit der Stängelrüsslerbekämpfung kann gleichzeitig noch eine Korrekturmaßnahme gegen Klettenlabkraut, Kamille, Disteln (bei Gänsedisteln bis 15 – 20 cm Wuchshöhe) und gegebenenfalls Kornblume durchgeführt werden. 0,35 l/ha Effigo kann zu Insektiziden, Blattdüngern und AHL gemischt werden. Mischungen mit Wachstumsreglern, Fungiziden, Gräsermittel oder Biscaya werden nicht empfohlen. Nachfolgende wüchsige Bedingungen unterstützen die Wirkung. Um eine Blühverzögerung des Rapses zu vermeiden, ist sicherzustellen, dass die Knospen noch nicht sichtbar und von den Hüllblättern umschlossen sind.

 

Getreide

 

Die Wintergetreidebestände ergrünen aktuell. Die Unkrautsituation ist recht unterschiedlich von stark verunkrautet bis zu einem geringen Unkrautdruck. Die Herbizidmaßnahmen im Herbst zeigen meistens recht gute Wirkungsgrade. Bei Winterweizen, der bis zum 10. Oktober gesät wurde, dürften die meisten Ungräser und Unkräuter aufgelaufen sein. Inwieweit der starke Frost im Boden liegendes Unkrautsamenpotential in stärkere Keimstimmung, als in den vergangenen Jahren bringt ist schwer einzuschätzen. Die Erfahrung zeigt aber, dass bei hohem Unkrautdruck in der Regel frühe Anwendungstermine auch die besten Wirkungsgrade haben.

 

Herbizidmaßnahmen orientieren sich zunächst an dem vorhandenen Ungrasbesatz. In Winterweizen ist gegen Ackerfuchsschwanz Atlantis WG oder Broadway das Mittel der Wahl. Als vorrangig bodenwirksame Mittel stehen außerdem Attribut oder Caliban zur Verfügung, die geringere Ansprüche an die Temperatur haben, aber nur bei sehr kleinem Fuchsschwanz, der noch nicht bestockt ist ausreichend wirksam sind. Windhalmprobleme sind außerdem auch sehr gut mit Husar OD oder mit IPU-haltigen Mitteln (sofern aufgrund der Anwendungsbestimmungen möglich: keine Anwendung auf drainierten Flächen und schweren Böden mit mittlerem Tongehalt >30% Ton) zu bewältigen.

Bitte beachten Sie, dass die Aufbrauchsfrist für IPU-haltige Mittel am 30.9.2017 endet. Deshalb müssen IPU-haltige Mittel jetzt im Frühjahr noch aufgebraucht werden, da ein sinnvoller Einsatz im Herbst nicht möglich ist.

Mischungspartner gegen Unkräuter sollten je nach Verunkrautung gezielt ausgewählt werden. Auf jeden Fall muss ein Partner mit ausreichender Klettenlabkrautwirkung zur Verfügung stehen. Auf Standorten mit Ehrenpreis sind geeignete Mischungspartner Kombinationsprodukte wie Alliance, Artus oder Platform S. Als reiner Sulfonylharnstoff ist das breit wirksame Biathlon 4D bei kleinem Ehrenpreis geeignet. Achten Sie darauf nicht immer nur Sulfonylharnstoffe zu verwenden, weil dadurch die Unkräuter Ehrenpreis, Stiefmütterchen und Vogelmiere selektiert und gefördert werden. Beachten Sie, dass nicht alle möglichen Mischungen verträglich bzw. wirksam sind; unter Umständen sind Solobehandlungen sinnvoller.

Neu in diesem Jahr ist das Produkt Antarktis (Wirkstoffe der Mittel Fox und Primus), das sehr gut gegen Ehrenpreis und Stiefmütterchen wirkt. Eine Mischung mit Atlantis ist möglich. Allerdings sind die Gewässerabstandsauflagen sehr hoch. Es muss erstens mit 90% abdriftmindernder Technik ausgebracht werden und zusätzlich ein Abstand von 20 m zum Gewässer eingehalten werden.

 

In Wintergerste dürften die meisten Bestände bereits im Herbst behandelt worden sein. Falls noch keine Behandlung erfolgt ist, kann gegen Ungräser Axial 50 eingesetzt werden. Setzen Sie Axial 50 am besten solo ein, um bessere Wirkungsgrade gegen Ackerfuchsschwanz zu erreichen. Eine Mischung mit Mitteln, die Abbrenner enthalten (Antarktis, Artus, Platform etc.) und Wuchsstoffen (>900g Wirkstoff) ist ohnehin nicht möglich, da die Gräserwirkung massiv beeinträchtigt wird.

 

Gestresste Bestände, gewalzte und gestriegelte Betände sollten erst dann behandelt werden, wenn sie sich sichtbar erholt haben. Nach Gülleanwendungen muss gewartet werden, bis die Güllereste soweit in den Boden eingewaschen sind, dass der Blattapparat der Unkräuter/Ungräser hinreichend mit der Spritzbrühe benetzt werden kann

Mit AHL-Zusatz können Herbizide reduziert werden, bzw. Wirkungsverbesserungen erzielt werden, allerdings gilt auch hier, dass es bei bestimmten Mitteln zu Unverträglichkeiten kommen kann, die Blattverätzungen zur Folge haben.

Sollten Sie diesbezüglich unsicher sein fordern Sie bei uns oder den Mittelherstellern Beratung an.



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